Werberecht und generierte Bilder

Werberecht und generierte Bilder

Beim AI Act geht es um Transparenz. Im Verbraucherschutzrecht geht es um Richtigkeit; es existiert seit Jahrzehnten, und es ist dasjenige, das Beschwerden von echten Kunden nach sich zieht und nicht von Aufsichtsbehörden.

Die ältere Regel

Das europäische Verbraucherschutzrecht verbietet Geschäftspraktiken, die den durchschnittlichen Verbraucher über die wesentlichen Merkmale eines Produkts täuschen oder zu täuschen geeignet sind: was es ist, was es kann, woraus es besteht und wie es aussieht. Ein Bild ist eine Darstellung dieser Merkmale – und wird am selben Maßstab gemessen wie ein Satz.

Ein Bild als KI-generiert zu kennzeichnen macht ein unzutreffendes Bild nicht rechtmäßig. Kennzeichnung und Richtigkeit sind zwei getrennte Pflichten, und die zweite ist die, die Ihnen eine Rückbuchung einbringt.

Wo Schmeichelei zur Irreführung wird

Bearbeitung Meist unproblematisch Meist nicht
Licht Gleichmäßiges, vorteilhaftes Studiolicht Licht, das einen Mangel verdeckt oder die Farbe verändert
Hintergrund Klares Weiß oder eine plausible Szene Eine Szene, die mitgeliefertes Zubehör suggeriert
Größenverhältnis Maßstabsgetreu, mit Referenzobjekt Eine Szene, die eine andere Größe suggeriert
Detailtreue Aus dem Original heraus nachgeschärft Details ergänzt, die das Produkt nicht hat
Kontext Produkt bestimmungsgemäß verwendet Eine Leistung, die das Produkt nicht erbringt

Das Problem mit den Requisiten

Eine generierte Lifestyle-Szene neigt dazu, sich mit Dingen zu füllen. Auf dem Sofa erscheint ein Kissen, neben der Lampe eine Pflanze, um den einzelnen Artikel, den Sie verkaufen, ein ganzes passendes Set. Wenn Käufer vernünftigerweise annehmen könnten, dass all das dazugehört, macht das Bild eine Aussage über den Lieferumfang.

Die Lösung ist unspektakulär und wirksam: Geben Sie im Artikeltext an, was im Lieferumfang enthalten ist, und halten Sie generierte Requisiten visuell nachgeordnet und klar erkennbar separat.

Branchenspezifische Vorschriften gelten weiterhin

  • Kosmetik: Vorher-Nachher-Bilder sind in den meisten europäischen Märkten reguliert.
  • Lebensmittel: Die Darstellung des servierten Produkts muss dem entsprechen, was tatsächlich geliefert wird.
  • Nahrungsergänzung und Gesundheit: implizite Wirkversprechen sind streng reguliert.
  • Textilien und Möbel: Die Darstellung von Farbe und Material wirkt sich direkt auf Retouren und auf die Rechte im Fernabsatz aus.

Das wirtschaftliche Argument

Lassen Sie das Recht für einen Moment außer Acht. Ein Bild, das zu viel verspricht, führt zu einer Rücksendung, einer Rückerstattung, einer schlechten Bewertung und einem Kunden, der nicht zurückkommt. Compliance und Marge zeigen hier in dieselbe Richtung – ein Argument, das sich in internen Diskussionen gut nutzen lässt.

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